07.11.2019

(Foto: Dr. Roland Kaisik/H2yOu/Headquarter Ballard-Power-Systems/Vancouver/Dezember, 1999)

Deutschland ist im Bereich der inkrementellen Innovation bestechend gut. Leider hapert es bei disruptiven Innovationsprozessen.
Weder in Bereichen wie Computer, Mobiltelefon, Social-Media, Solartechnik oder der E-Mobilität kann Deutschland (aktuell) eine Technologie- bzw. Marktführerschaft verzeichnen. Die Liste ist sicher unvollständig.

Der folgende Rückblick versucht eine Annährung an das Problem am Beispiel der Brennstoffzelltechnologie.

1999 kam ich auf die Idee in Vancouver-Burnaby bei Ballard-Power-Systems ein Joint-Venture vorzuschlagen. Man behandelte mich sehr freundlich und erklärte mir das dies bereits mit Daimler-Benz in Nabern der Fall wäre.

Anstatt mich der Tür zu verweisen machte man mir das Angebot mich doch mit dem dortigen Geschäftsführer und Leiter der Entwicklungsabteilung zu treffen. Was ich natürlich auch machte.

So lernte ich Dr. Werner Tillmetz kennen mit dem ich seit damals einen sehr freundschaftlichen und äußerst informativen Austausch pflege.

Damals dachte ich, diese Technologie, die gobal betrachtet, themen- und sektorübergreifend eine Vielzahl von Problemen elegant löst, würde innerhalb von wenigen Jahren die Welt positiv verändern.

Nun, wir wurden eines Besseren belehrt.

(Prof. Dr. Werner Tillmetz/ZSW/Foto: Dr. Roland Kaisik/H2yOu)

1. Innovations-Kongress Ulm | Neu-Ulm 2019, 9.Mai 2019
E-Mobilität mit Brennstoffzellen - Erlebnisse mit einer Basis-Innovation
Prof. Dr. Werner Tillmetz, Universität Ulm

Abstract
700 km Reichweite, emissionsfrei und in weniger als drei Minuten vollgetankt, das ist die beeindruckende Limousine Nexo von Hyundai. Mit der zweiten Generation seiner kommerziellen Brennstoffzellenautos hat Hyundai die Basis-Innovation Brennstoffzellen-Antrieb endgültig auf den Weg gebracht. Korea und China haben inzwischen den Weg zur Großserienproduktion eingeschlagen und werden in den nächsten sechs Jahren jeweils 100.000 Fahrzeuge auf die Straße bringen – darunter viele LKWs und Stadtbusse. Brennstoffzellen sind der ideale Ersatz des Diesel-Motors, dessen Ära zu Ende geht. Ganze 25 Jahre hat die abenteuerliche Reise der Brennstoffzelle bis zum breiten Markteintritt gedauert. Alles begann 1994 mit dem neCar 1 (new electric car) von Daimler. Diese mehr als 25-jährige Geschichte persönlich miterleben und mitgestalten zu dürfen, bietet die einmalige Chance, die unglaublich vielfältigen Treiber und Hemmnisse bei der Entwicklung einer Basis-Innovation durchleuchten zu können. Die Einführung des „Zero-Emission-Programmes“ in Kalifornien, technologische Fortschritte bei Ballard Power Systems, die „Dornier Unternehmenskultur“ und Edzard Reuters Vision vom integrierten Technologie-Konzern führten 1994 zu neCar 1. Mit neCar 2 und neBus wurde 1996 das Potential der Technologie eindrucksvoll sichtbar. Anfang der 2000er Jahre demonstrierten etwa 150 PKW und 40 Stadtbusse ihre Alltagstauglichkeit. Die Weltwirtschaftskrise 2003 in Verbindung mit einer Lockerung der Gesetzgebung in Kalifornien führte zu nachlassenden Aktivitäten in vielen Teilen der Welt, mit Ausnahme japanischer und koreanischer Fahrzeughersteller. Diese verfolgten eine langfristige Strategie, die letztlich 2013/14 zum Markteintritt erster Brennstoffzellenfahrzeuge geführt hat und in den Folgejahren konsequent fortgesetzt wurde. Hilfreich war dafür auch die weltweite Vereinbarung zur Reduzierung von Treibhausgasen COP 21 in Paris, die 2015 beschlossen wurde......

Zum vollständigen Artikel:

  Erlebnisse mit einer Basisinnovation

 

Gespräch zwischen Prof. Dr. Werner Tillmetz und Dr. Roland Kaisik im Brennstoffzellauto F-Cell bei einer Fahrt durch Nürnberg am 12.11.2016 während der IG Metall Veranstaltung "Zukunftmobil"

  Metallzeitung

 

 

 

Zusätzliche Informationen